Sanierung „Reformierte Convict“
Bauherr: Ev. Domgemeinde Halle
Bauzeit: 2001- 2002
Leistungsphasen: 3-8

Vorgeschichte      
Das „Reformierte Convict“ in Halle ist als Studentenwohnheim vor allem für Studierende der evangelischen Theologie gedacht. Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1912, hier vermischt sich im Innenraum die typische Detailsprache des Jugendstil mit der eleganten schlichten Formensprache des Klassizismus. Mit dem Klassizismus meldet sich im ausgehenden 18. Jahrhundert eine Gesinnung zu Wort, die wiederum den Barock als Produkt der Geschmacksverirrung verurteilt und sich auf ein Verständnis des klassischen Altertums beruft, dass man durch die Worte von der „edlen Einfalt und stillen Größe“ authentisch beschreiben kann. Monumentale Klarheit und noble Zurückhaltung im Detail prägen die formale Ausprägung des erst im Jahre 1912 erbauten Gebäudes in der Innenstadt von Halle. Das Gebäude war schlicht und einfach verwohnt und entsprach nicht mehr den Erfordernissen der Zeit.

Zielstellung
Die von uns vorgeschlagene Sanierung nahm Bezug auf die vorhandenen Raumdispositionen und bezog alle wertvollen historischen Details in die neue Nutzung ein. Um eine Realisierung überhaupt in Betracht zu ziehen sollten Möglichkeiten zur Finanzierung ausgearbeitet werden. Das Projekt musste innerhalb von 7 Monaten saniert werden, eine Umquartierung der Studenten für diesen Zeitraum war unausweichlich.

Ausführung
Mit der Einbeziehung der Bundesanstalt für Arbeit und einem Programm für arbeitslose jugendliche Facharbeiter konnte durch unsere Akquise eine Institution einbezogen werden die durch ihre Förderquote das Projekt aus eine sichere finanzielle Basis stellte. Neben dem weiteren Einbau von Bädern und einigen Umbauten wurde besonderes Augenmerk auf die Restaurierung historischer Details gelegt. Alle alten Türen wurden incl. Garnituren und Schilder wieder aufgearbeitet, alle Holzböden wurden repariert, abgeschliffen und mit Öl und Wachs behandelt. Die historischen Fenster wurden ebenfalls aufgearbeitet und neu lackiert. Der theologische Nachwuchs kann sich inzwischen an wertvollen historischen Baudetails erfreuen, ohne auf modernen Komfort verzichten zu müssen.