Denkmalpflegerische Instandsetzung der Dreifaltigkeitskirche; Wirkungsstätte des Reformator Justus Jonas
Bauherr: Ev. Kirchengemeinde Eisfeld, Kirchplatz, 98673 Eisfeld

Vorgeschichte
Der Bau der ursprünglich dem heiligen Nikolaus geweihten Kirche begann im Jahre 1488 und wurde etwa 1535 beendet. Die aus fein bearbeiteten grauen Sandsteinquadern errichte Kirche besaß ursprünglich ein Netzgewölbe. Der einheitlichen Raumwirkung durch drei gleichhoch gestaffelte Schiffe folgt im Bereich des leicht verbreiterten Mittelschiffes ein Chor mit spätgotischem Netzgewölbe und polygonalem Abschluss. In ihrer formalen Ausprägung entspricht die sehr aufwendig gestaltete Kirche ihrer ehemaligen Lage an einer besonders wichtigen Handelsstrasse, die von Venedig über Augsburg, Nürnberg nach Erfurt führte. Im Jahre 1565 erfuhr der über die Jahrhunderte am meisten durch Umbau und Zerstörung beeinträchtigte Kirchturm seine erste Schädigung durch einen Blitzeinschlag.
Im Jahre 1601 folgte die Zerstörung durch einen Stadtbrand, dem auch das gotische Netzgewölbe im Kirchenschiff zum Opfer fiel. Erst im Jahre 1651 erfolgte die Fertigstellung der Renaissance Kastendecke. Die Weihung zur Heiligen Dreifaltigkeitskirche erfolgte ebenfalls im Jahre 1651. Die Kirche wurde 1684 im Inneren neu gekalkt, weitere Veränderungen vor allem im Bereich von Öffnungen fanden im 18. Jahrhundert statt. Im Jahre 1889 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten im „Stil der Gotik“. Nachdem die Kirche im April 1945 vor allem im Bereich von Turm und Dach durch amerikanischen Beschuss beschädigt wurde, wurde nach Kriegsende der Turm in seinen oberen Stockwerken vollkommen neu aufgebaut.. Im Jahre 1988 wurde nur der Chorraum renoviert, hier wurden dabei zwei Weihekreuze freigelegt. 1991 und 1994 wurden in zwei Bauabschnitten das Mauerwerk des Turmes instand gesetzt. 

Problematik
Im gesamten Natursteinbereich, besonders bei den wasserableitenden Bau- und Formteilen, sind schwerwiegende Schadensbilder zu beobachten. Die tragende Konstruktion der gotischen Lanzettfenster ist in einzelnen Jochen nur noch als „labiles Gleichgewicht“ zu bezeichnen. Das Schadensbild setzt sich beim Zustand der bleiverglasten Fenster fort.

Zielstellung
Die evangelische Kirchengemeinde Eisfeld beabsichtigt die Instandsetzung der Außenhülle ihrer Stadtkirche, der Dreifaltigkeitskirche Eisfeld.
Ausgangspunkt war der offensichtlich schlechte Zustand der bewitterten gotischen Maßwerkfenster und Portale sowie der gesamten Außenhülle aus Sandstein. 
Eine Schadensanalyse mit Therapiekonzeption und Kostenermittlung sollte einen Leitfaden für die angestrebten Sanierungsmaßnahmen der nächsten Jahre aufzeigen und Grundlage für alle notwendigen Finanzierungskonzepte sein. 
Mit der Darstellung der notwendigen Gesamtmaßnahmen wurde ein Handlungskonzept mit der Ausdifferenzierung verschiedener Jahresscheiben ausgeformt. 
Die sehr engagierte Kirchengemeinde ist bestrebt, weitere Schädigungen vom Denkmal abzuhalten und ihr Gotteshaus wieder in einen Zustand zu versetzen, der einen langfristigen Erhalt der historischen Bausubstanz gewährleistet.
Gerade im Hinblick auf die im Jahre 2017 stattfindenden Feierlichkeiten
„500 Jahre Reformation“ hat die Dreifaltigkeitskirche für Eisfeld und die südthüringisch-unterfränkische Region eine herausragende Bedeutung, wirkte hier doch von 1553 bis 1555 der Superintendent Justus Jonas, enger Freund und Vertrauter von Martin Luther.

Ausführung
Im Jahr 2009/ 2010 erfolgte mit Mitteln der Städtebauförderung, der Stadt Eisfeld und der KIBA die Umsetzung des 1. Bauabschnittes. Es ist geplant, in jedem Jahr 2-4 Joche zu restaurieren, um im Jahr 2017 den Großteil der Maßnahmen abschließen zu können.
In den Jahren 2010/2011 erfolgte mit Mitteln der Städtebauförderung, der Stadt Eisfeld, der KIBA, der DSD, des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege, des Landkreises Hildburghausen und vieler anderer die Instandsetzung der Joche 1-4, im Jahr 2012 konnte der gesamte Chorbereich mit den Jochen 5-9 abgeschlossen werden. Die Bauabschnitte 1-6 sind abgeschlossen, derzeit arbeiten wir am 7. BA in den Jochen 21-22 auf der Südseite.