Sanierung Schloss Eisfeld – 1. BA – 4. BA
Bauherr: Stadt Eisfeld
Bauzeit: ab 2013
Leistungsphasen: Bestandsaufnahme, LP 1-9

Vorgeschichte                  

Das Schloss zu Eisfeld ist in seinem Kern eine aus Palas und Bergfried bestehende mittelalterliche Burganlage, die im 11. und 12. Jahrhundert an der Stelle einer älteren Befestigung errichtet wurde und im Laufe der Jahrhunderte vielfältige Veränderungen erfahren hat. Die Bezeichnung Schloss verdankt die schlichte und unregelmäßig angelegte Baugruppe der recht kurzen fürstlichen Epoche: Bestandspläne aus dem Jahre 1680 weisen aus, dass das Schloss für einen zeitweiligen Aufenthalt der herzoglichen Familie, damals der Gothaischen Herrschaft bestimmt war, zu deren Territorium Stadt und Amt Eisfeld nach langer Zugehörigkeit zum Fürstentum Coburg von 1643 bis 1680 zählten. 1728 – 1741 erkor Herzogin Sophie Albertine von Sachsen-Hildburghausen das Schloss Eisfeld zu ihrem Witwensitz.

Heute beherbergt das Schloss einen Kultursaal, das Standesamt, die Stadtinformation und das Eisfelder Museum mit dem Namen „Otto Ludwig“. Letzteres ist wohl einmalig in Thüringen, denn es besitzt neben zahlreichen Dokumenten aus der Geschichte der Stadt Eisfeld und umfangreichen Zeugnissen der Regionalgeschichte eine der größten Sammlungen zur Geschichte des Thüringer Porzellans von 1760 bis in die Gegenwart. (entnommen aus der Homepage der Stadt Eisfeld)

Problematik

Alle Gebäudeteile wiesen tiefgreifende konstruktive Schäden auf – vom Natursteinmauerwerk über die Fachwerkkonstruktionen bis zu den Dacheindeckungen. Die Nutzung als Museum und Versammlungsstätte war gefährdet, da die Situation des Brandschutzes auch in Hinblick auf die Fluchtwege nicht geklärt war. Die Oberflächen in den Innenräumen waren vollkommen verschlissen, Elektro- und Heizungsanlage überaltert. Die Gartenanlage sind gepflegt, aber entsprechen nicht der historischen Ausgangslage.

Zielstellung

Geplant war die Instandsetzung der Schlossanlage in Eisfeld. Ab dem Jahr 2013 begann schrittweise die Instandsetzung der Gebäudehülle von Torhaus, Gefängnisbau, Steinernem Haus und Bergfried. Seit 2017 konnte die Sanierung der gesamten Außenhülle abgeschlossen werden und der Augenmerk richtete sich von nun an auf die Innenräume. Mit dem 4. BA im Jahr 2018 begann die Sanierung der Innenräume im Torhaus und die Errichtung eines modernen Treppenhauses mit Aufzug, um den Anforderungen an den Brandschutz und die barrierefreie Erschließung gerecht zu werden. Die Fertigstellung dieser Maßnahmen im Innenraum Torhaus samt Treppenhaus ist für Ende 2019 geplant – damit kann hier das neu gestaltete Museum, das Standesamt sowie der Saal als Veranstaltungsort in Nutzung gehen. Im Jahr 2020 wird die Innensanierung mit den weiteren Museumsräumen im Gefängnisbau fortgeführt.

Alle Arbeiten am Schloss incl. Schlossgarten und Umfassungsmauern werden sich bis in das Jahr 2023 erstrecken.