Sanierung Burg Scharfenstein
Projekt: Denkmalpflegerische Instandsetzung der Kernburg
Bauherr: Privater Bauherr
Planungszeitraum: 2007
Leistungsphasen: 1-4

Vorgeschichte
Die Kernburg, mit Bauphasen aus der Stauferzeit bis ins 19. Jahrhundert (Schwerpunkt 1532 und 1587) steht seit Jahrzehnten leer. Sanierungsansätze an der in Situ vorhandenen Bausubstanz erfolgten unfachmännisch. Die Stadt Leinefelde verkaufte im Jahre 2006 die Kernburg an den privaten Investor mit der Auflage zur Sicherung und einer beschränkten öffentlichen Zugänglichkeit.

Problematik
Durch eindringende Feuchte ist die Kernburg im massiven Mauerwerksteil als auch in seiner Fachwerksubstanz aus mehreren Jahrhunderten stark gefährdet. Schäden an Mauerwerk, Dachhaut, Fachwerkkonstruktion und Ausfachung machen akuten Handlungsbedarf notwendig um irreversiblen Schaden am Kulturgut abzuwenden.

Zielstellung
Der gesamte Denkmalwert der Burganlage, bestehend aus Vorburg und Kernburg, ergibt sich aus geschichtlichen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Aspekten. Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1209, wahrscheinlich bereits in der Völkerwanderungszeit als Fluchtburg angelegt. Hohe kulturhistorische Bedeutung für das gesamte Eichsfeld, durch die Festung am Nordhang des Düns wurde das Leinetal geschützt. Eine ganzheitliche Analyse des Bauwerkes in Form einer denkmalpflegerischen Zielstellung wurde durch unser Büro und einen weiteren Bauforscher ausgearbeitet. Der Denkmalwert wird auch durch Stellungnahmen des TLfD unterstrichen. Die Burganlage genießt höchste Akzeptanz und geschichtliche Bindung in der Bevölkerung. Seit 1991 leerstehend und nur für Sonderveranstaltungen der Bevölkerung zugänglich sollte das vorliegende Nutzungskonzept die enge Bindung zwischen Bevölkerung und Burg trotz privaten Eigentümers wieder herstellen. Der Bauherr plante eine Revitalisierung als Wohnburg. Während in den Wohnbereichen nur mit einem denkmalverträglichem Instrumentarium gearbeitet wird sollen manche Bereiche nur konstruktiv gesichert und nicht saniert werden um Teile des historischen Kulturgutes auch mit dem Vergang der Jahrhunderte zu zeigen.
Der Entwurf und entsprechende Bauantrag wurde im Jahre 2007 ausgearbeitet.