Bauherr: Kiliani Projektgesellschaft mbH, Mühlhausen

Leistungsphasen: 1-9

Bestand

Der Gebäudekomplex Jakobistraße 17 besteht aus einem Vorderhaus aus dem Jahre 1847(i) und zwei unterschiedlich zu datierenden Nebengebäuden. Das 18 Meter breite und 8,20 Meter tiefe Vorderhaus zur Jakobistraße gliedert sich durch die aufgesetzte Simsleiste klar in der Horizontalen. In seiner formalen Ausprägung stellt sich das Vorderhaus der Jakobistraße 17, ein straßenseitig verputzter Fachwerkbau, in einer stattlichen Schlichtheit dar, die typisch für die klassizistische Bautradition ist. Im Vorderhaus der Jakobistraße 17 sind dreizehn gleich große Fenster in Achsenstellung angeordnet, das Erdgeschoss wird durch einen vorgezogenen Mitteleingang erschlossen, eingerahmt durch Holzpfeiler und flachem Giebeldreieck. Ehemals vorhandene korinthische Kapitelle, Quaderschnitt und Stuckmotive unbekannter Ausprägung sind bereits vor dem Jahre 1967 entfernt worden. Noch vorhanden ist die bauzeitliche zweiflügelige Hauseingangstür mit drei schlichten rechteckigen Fächern und aufgeteiltem Oberlicht. Die Messingklinke entspricht der Bauzeit. Das erste Nebengebäude mit Zwischengeschoß besitzt einen Fachwerkoberstock auf massiven Grundmauern. Mit seinen starken, auf der Westseite 1 Meter messenden Wänden scheint das Erdgeschoß noch einem gotischen Vorgängerbau nach dem Stadtbrand von 1422 anzugehören, was auch in seiner Aussage mit dem rezenten Kellergewölbe und noch vorhandenen Gewänden korrespondiert. Der Fachwerkaufsatz mit den Trockenböden zeigt deutlich die Gerbereinutzung an. Der Gebäudeteil scheint nach Art der Verzimmerung[1] noch deutlich vor dem Bau des vorderen Fachwerkgebäudes, wahrscheinlich noch vor 1750 entstanden zu sein.

Problematik

Die Gebäude stehen seit 1990 leer, verschiedene Eigentümer haben leider keine weiteren Sicherungsmaßnahmen vornehmen lassen, was sich im derzeit sehr schlechten Bauzustand widerspiegelt.

Zielstellung

Der neue Eigentümer plant die Instandsetzung der Gebäudeanlage. Schwerpunkt wird dabei auf die Erhaltung des Vorderhauses und des mittelalterlichen Seitengebäudes gelegt. Andere, z.T. einsturzgefährdete Hinter- und Seitengebäude sowie Anbauten aus der Zeit um 1980 werden zurückgebaut.

Beginn der Arbeiten ist für Mai 2019 geplant.